17.05.2017 | Geschwisterkinderfreizeit 2017


Wiesbadener Kurier: 

Gemeinnütziger Verein in Wiesbaden bietet Geschwistern von schwerkranken und behinderten Kindern Freizeit an.

 

WIESBADEN - „Und was hat Deine Schwester oder Dein Bruder für ‘ne Krankheit?“ Das ist einer der ersten Sätze, den die Geschwister schwerkranker oder behinderter Kinder auf einer eigens für sie organisierten Freizeit vom „Round Table Children’s Wish“ austauschen.

Roland Dünow, der Botschafter dieses Vereins und Chef einer achtköpfigen Physiotherapiepraxis in Wiesbaden, erklärt die Entstehungsgeschichte der Veranstaltung.
Aus dem Schatten der Kranken heraus treten „Bei der Erfüllung von Herzenswünschen schwerkranker Kinder haben wir festgestellt, dass die Geschwisterkinder häufig zu kurz kommen.“ Warum dieser Zielgruppe unbedingt hin und wieder die Möglichkeit geboten werden müsse, aus dem Schatten zu treten, zeige das Beispiel Michaels, des zwölfjährigen Bruders einer krebskranken Schwester: Die Eltern seien mit den Krankenhausaufenthalten zusätzlich zu ihren Alltagsanforderungen nicht nur zeitlich stark belastet, sondern selbstverständlich auch emotional. Michael reagiere darauf, indem er, der sich fraglos ebenfalls um die kleine Schwester sorge, in der Schule immer gute Leistungen zu erbringen versuche und sich grundsätzlich möglichst unauffällig verhalte.
Nun leidet er unter Neurodermitis.


„Der zwölfjährige Bub muss aber auch mal Kind sein und Stress rauslassen dürfen“, sagt Dünow. Dafür ist die fünftägige „Geschwister-Kinderfreizeit“ des gemeinnützigen Vereins gedacht. Gegründet wurde er 2006 vom „weltweit organisierten, parteipolitisch und konfessionell unabhängigen Serviceclub Round Table“, der in Deutschland mit 220 „Tischen“ und insgesamt rund 3500 aktiven Mitgliedern vertreten ist. Die Männer zwischen 18 und 40 Jahren tauschen sich privat und beruflich aus und verpflichten sich dem Dienst an der Allgemeinheit, indem sie Geld für wohltätige Zwecke sammeln und selbst Zeit investieren und Hand anlegen. Roland Dünow, der auch Jugendwart ist, bringt sich bei der Geschwister-kinderfreizeit für zehn Sieben- bis Zwölfjährige als Betreuer ein. Sie wird Anfang Juli im „Round-Table-Camp“ in Kaub stattfinden, einem umgebauten Schwimmbad.
Dort können die Mädchen und Jungen Kletterwände bezwingen, Fußball spielen, auf einem Kleinkinderspielplatz toben, den Nutzgarten pflegen und gemeinsam kochen. Je nach Wetterlage stehen Fahrradtouren, Ausflüge ins Taunus-Wunderland, zur Schneerodelbahn oder zum Niederwalddenkmal auf dem Programm. Betreut werden die Kinder außerdem von Pieter Weyn, einem Pädagogen, sowie einer weiblichen Aufsichtsperson. Da Familien mit einem schwerkranken Kind nicht zuletzt finanziell stark belastet sind, bietet der Verein die Freizeit kostenlos an – inklusive der Hin- und Rückfahrt. Es stehen noch einige Plätze für das Angebot vom 3. bis 7. Juli zur Verfügung, sodass Dünow betroffene Familien auffordert, sich unter der unten genannten E-Mail-Adresse zu bewerben: „Wer zuerst kommt, mahlt zuerst!“ Zwecks Kennenlernens und näherer Informationen werden die Teilnehmer mit ihren Eltern und Geschwistern übrigens vorher zu einem Treffen eingeladen.